Nachhaltigkeit
Kommentare 1

Der Treibhausgaseffekt – Entstehung, Folgen und was du dagegen tun kannst

Treibhausgaseffekt und Klimawandel

Der Treibhausgaseffekt – da dieses Wort sehr oft in den Medien herumgeistert, viele aber gar nicht genau wissen, was damit gemeint ist, habe ich “versucht” diesen Effekt, seine Entstehung und die Folgen mal ganz verständlich zu erklären.

Der Treibhauseffekt

Ein Treibhaus hat vermutlich schon jeder von uns gesehen. Es ist ein Haus aus Glas, in dem es durch die Sonneneinstrahlung schön warm wird und so Obst und Gemüse angebaut werden kann, auch wenn es draußen zu kalt wird. Durch das Glas kann die Wärme nicht entweichen und bleibt im Haus…der Treibhauseffekt.

Allerdings ist Vorsicht geboten, denn wenn es im Sommer wärmer wird, kann es im Treibhaus schnell zu warm werden und das Obst und Gemüse vertrocknet.

Dasselbe passiert in unserer Atmosphäre. Nur anstatt des Glases regelt eine bestimmte Gasmischung wie viele Sonnenstrahlen zur Erde durchkommen und diese erwärmen.

Zudem regeln diese Gase wie viel Wärme wieder von der Erde zurück in die Atmosphäre gelangt. Das ist der natürliche Treibhauseffekt ohne den es auf der Erde ca. 30 Grad kühler wäre.

Ist die Gasmischung jedoch gestört, gelangen mehr Sonnenstrahlen zur Erde, was zu einer Erwärmung führt.

Allerdings kann die Wärme durch die aus der Balance geratenen Zusammensetzung der Gase nicht mehr richtig in die Atmosphäre entweichen, so dass es wie im Treibhaus auf der Erde wärmer wird…der Treibhausgaseffekt. Durch die Erderwärmung wandelt sich das Klima.

Die Ursachen

Wie oben beschrieben wird unsere Atmosphäre durch eine bestimmte Gasmischung geprägt. Diese ist mittlerweile aus dem Gleichgewicht geraten und zwar durch die Emission der folgenden Gase durch die Menschheit, sog. Treibhausgase:

  • Kohlendioxid (CO2)
  • Methan
  • Lachgas
  • F-Gase (wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe, perfluorierte Kohlenwasserstoffe, Schwefelhexafluorid, Stickstofftrifluorid)

Kohlendioxid

Die Emission von CO2 entsteht vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas und hat den größten Einfluss auf den menschgemachten Klimawandel.

Benötigt wird die hierbei freigesetzte Energie zum Beispiel für den Verkehr, die industrielle Produktion und die Strom- und Wärmeerzeugung.

Die Fleischproduktion hat dabei einen mehrfachen CO2-Effekt. Anstatt die „produzierten“ Pflanzen direkt zu essen, füttern wir sie an Tiere, deren Lebenshaltung wiederum CO2 verursacht, um diese dann zu essen.

1 Kilo Hühnerfleisch = 1 Kilo Soja;
1 Kilo Tofu = 0,5 Kilo Soja

Daneben darf man auch nicht die Abholzung der Wälder, im Speziellen der Regenwälder vergessen. Zum größten Teil werden diese für die Fleischproduktion gerodet: für Weideflächen und zum anderen um auf den frei gewordenen Flächen das meist genmanipulierte Futtermittel Soja anzubauen. Die abgeholzten Bäume und Torfmoore haben viel CO2 gespeichert, der nun in unsere Atmosphäre gelangt.

Und noch ein kleiner Exkurs, durch die Erderwärmung ist die Arktis schon so trocken geworden, dass dort mehr Wälder brennen als normalerweise. Dadurch wird in großem Maße CO2 emittiert und die Bäume fehlen als Speicher für CO2.

Methan

Mit dem durchschnittlichen Metha-Jahresausstoß einer Kuh könnte man fast einmal um die Erde fahren.

Der CO2-Ausstoß und sein Einfluss auf den Klimawandel ist in aller Munde, aber das ist nicht das einzige Gas, das den Treibhausgaseffekt hervorruft. Eines davon ist Methan und wird sehr verkannt.

Kuhpupse führen zu einem durchschnittlichen Jahresausstoss von 100 kg pro Kuh, das entspricht einem CO2-Ausstoß von 18.000 gefahrenen Kilometern.

Methan wirkt 25-mal schädlicher als CO2. Und bleibt 15 Jahre in der Atmosphäre erhalten.

Dazu kommen nochmal 90 kg pro Kuh durch den Kot. Macht fast 35.000 gefahrene Kilometer, also fast einmal um die Welt.

Aber anstatt das Offensichtliche zu machen, nämlich den Fleisch- und Milchkonsum zu reduzieren, wird seid Jahrzehnten nach Stoffen gesucht, die die Methanbildung hemmen und die dem Futter beigemischt werden könnten.

Lachgas

Dieses Gas ist in der Atmosphäre 298-mal so treibhauswirksam wie CO2 und bleibt ca. 121 Jahre dort erhalten, „zum Glück“ ist es dort nur in Spuren vorhanden. Es wird vor allem durch stickstoffhaltigen Dünger und die Massentierhaltung emittiert.

F-Gase

Diese verschiedenen Gase haben eine noch wesentlich höhere Wirksamkeit als Lachgase. Sie kommen in der Natur nicht vor und werden vom Menschen als Treibgase  oder auch Kühl- und Löschmittel verwendet.

Die Klimaleugner

97 Prozent der Forscher*innen sind sich einig, dass die Erderhitzung menschengemacht ist.

Und dennoch gibt es immer wieder Menschen, die leugnen, dass der Klimawandel durch uns Menschen verursacht wird oder sogar, dass momentan überhaupt ein Klimawandel besteht.

Doch es gibt selten so viel Konsens unter Wissenschaftler*innen wie zu diesem Thema.

Der Treibhausgaseffekt ist seit 120 Jahren bewiesen. Auch ist nachwiesen, dass die Konzentration der Treibhausgase in den letzten 800.000 Jahren (in denen es einige deutliche Klimaveränderungen aus natürlichen Gründen gab) noch nie so hoch war wie jetzt.

Zum Beispiel hat sich die Konzentration von Methan seit dem vorindustriellen Zeitalter verdreifacht. So können es nur wir mit unserer Lebensweise im Überfluss sein, die diese Erhöhung verursachen.

Die Folgen

Wenn wir so weitermachen, werden wir allen Vorhersagen nach bis 2050 massive Probleme haben, und das weltweit.

Der Meeresspiegel steigt

Durch die Erderwärmung schmelzen die Polarkappen und Gletscher ab, der Meeresspiegel steigt dadurch. Schätzungen zu Folge werden bis 20150 davon ca. 1,6 Milliarden Menschen betroffen sein.

Extreme Wetterkapriolen

Wir müssen mit extremen Wetterereignissen rechnen. In einigen Regionen mit erhöhten Niederschlägen, die zu Überflutungen und Verringerung der Wasserqualität führen können. Wohingegen in anderen Regionen mit zunehmenden Hitzewellen und Dürre gerechnet werden muss, was zu extremer Wasserknappheit führen kann. Und das passiert alles auch jetzt schon.

Die Tierwelt stirbt aus

Die Tierwelt trifft es besonders hart. Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) sagt voraus, dass eine Million Arten bedroht sind, wenn wir unser Verhalten nicht ändern. So sind zum Beispiel 99% der Korallen, die durch die Erwärmung der Ozeane absterben, bedroht (momentan sind bereits 50% aller Korallenriffe verschwunden. Größter Faktor ist lt. IPBES mal wieder die Landwirtschaft.

Soziale Unruhen

Und wenn du jetzt denkst, bei uns in Europa ist das doch alles sehr save, hier wird man nicht viel merken, dann überlege dir mal wo die 1,6 Milliarden Menschen hin möchten, die dann kein Zuhause mehr haben…soziale Krisen und Unruhen sind neben den Problemen, die die Umweltkatastrophen hervorrufen, dann an der Tagesordnung….

Aber so schlimm das alles auch ist ist, es gibt eine gute Nachricht: wenn wir den Klimawandel verursacht haben, haben wir es auch NOCH in der Hand ihn abzuwenden.

Das kannst du noch heute tun

Vegane Ernährung

So weit es geht auf Fleisch- und Milchprodukte verzichten. Oder um es positiv auszudrücken: sich pflanzenbasiert ernähren.

Das hat übrigens nicht nur positive Auswirkungen auf die Umwelt, sondern bewahrt die Tiere vor großem Leid und lässt dich wesentlich gesünder werden. Mehr dazu findest du in meinem Beitrag f**ck flexi, go vegan.

Minimalistische Lebensweise

Dich mit einer minimalistischen Lebensweise auseinandersetzen. Konsum ist einer der Hauptmotoren für den Klimawandel. Unsere Sucht nach immer mehr Besitz im Überfluss, am besten zu Preisen, die möglichst gering sind, führt zu CO2-Ausstoss, erhöhtem Wasserverbrauch und Ausbeutung weiterer Ressourcen.

Mein Tipp, wenn du dich darüber informieren möchtest, sind „The Minimalists“, die auf dieses Thema mit viel Charme und Witz eingehen.

Würde jede*r so leben wie in Deutschland, würden wir drei Erden benötigen.

Weniger Fliegen

Flüge auf ein Minimum reduzieren und bewusster Reisen. Das ist ein Punkt, der mir nach wie vor schwer fällt. Ich liebe es die Welt kennenzulernen und habe durch meine Reisen Entwicklungen durchgemacht, die hier in Deutschland niemals erfahren hätte. Daher bleiben wir lange an Orten, die man nur mit dem Flieger erreichen kann und kompensieren unsere Flüge zum Beispiel über regreen.at.

Anderen ein Vorbild sein

Und natürlich andere inspirieren, aufklären und aktiv werden. Aber bitte nicht missionieren. Jeder braucht seine Zeit und seinen eigenen Weg um nachhaltiger zu leben, da bringt es nichts anderen die eigene Lebensweise aufdrücken zu wollen.