Persönlichkeitsentwicklung
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Wie du mit Eye Gazing die Bindung zu dir selbst und anderen verstärken kannst.

Eye Gazing

„Santa Monica Beach, CA“

Augen sind der Spiegel der Seele…sagt man…und dennoch wird in der heutigen Zeit der Blick oft auf den Boden oder die Luft abgewandt, wenn man jemanden auf der Straße trifft oder wenn man sich unterhält.

Dabei kann ein nachhaltiger Augenkontakt „Eye Gazing“ so vieles bewirken und die Bindung zu dir selbst und anderen verstärken.

Was ist Eye Gazing?

Eye Gazing ist eine Bewegung, die auf die Künstlerin Marina Abramovic zurückzuführen ist. Sie saß im Jahr 2010 drei Monate lang im Museum of Modern Art in New York Fremden gegenüber und „starrte“ ihnen in die Augen ohne mit ihnen zu reden. Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt Veranstaltungen, bei denen genau diese Übung durchgeführt wird.

So führte zum Beispiel Peter Sharp und seine Gruppe „The Liberators International“ in 2015 das erste Mal „The World Biggest Eye Contact Experiment“ durch. So erfolgreich, dass es seitdem jährlich stattfindet, das nächste Mal am 22. September 2018.

Wie geht es?

Vor kurzem konnte ich zum ersten Mal Eye Gazing beim Magic Picnic von Conni Biesalski ausprobieren und es war eine wahrhaft einzigartige und magische Erfahrung.

Ich stand der lieben Caro gegenüber und schaute ihr für drei Minuten (die Zeit kann man variieren, sie liegt meist zwischen zwei und vier Minuten) in die Augen und damit in die Seele.

Wenn du möchtest, setze dir eine Intention für das Eye Gazing. Das kann einfach nur sein, dass du dich in dir selbst wohler fühlen möchtest oder auch dich mit einer anderen Person tiefer zu verbinden.  Wenn du es mit jemand anderem machst, sollten die Intentionen ähnlich sein.

Schließe vor dem Gazing deine Augen und konzentriere dich auf deinen Atem. So beruhigst du deinen Geist und lässt von Erwartungen an das Experiment ab.

Wenn du es alleine machst, öffne nun die Augen und schaue dich über einen Spiegel an. Je länger du es machst, desto besser. Empfohlen sind 5-10 Minuten.

Wenn ihr zu zweit seid, setzt euch entspannt gegenüber und öffnet nach der kurzen Mediation die Augen und schaut euch an.

Als kleiner Tipp, fokussiere dich auf ein Auge. Ich habe das nicht gemacht und empfand daher zwischendurch eine leichte Anstrengung durch das schnelle Umschalten der Fokussierung. Das kann schnell die Aufmerksamkeit und Leichtigkeit des Gazings überlagern.

Was bewirkt es?

Das hört sich jetzt einfach an, ist aber etwas wahnsinnig Intimes…von großem Unwohlsein…Kribbeln…dem Gefühl gleich abbrechen zu müssen…Lächeln…bis hin zu großer Geborgenheit war bei mir alles dabei…was für eine Erfahrung.

Man lernt dabei wieder jemand anderem das Wichtigste, das man hat, zu schenken: die volle Aufmerksamkeit, nicht unterbrochen vom Smartphone oder anderen Ablenkungen. Und ich hatte das Gefühl viel intensiver zu kommunizieren als mit der Sprache.

Ein Gefühl der Verbundenheit zu Caro, aber erstaunlicherweise auch zu mir selbst, machte sich in mir breit. Ich hatte einen anderen, einen neuen Zugang zu mir gefunden. Es gibt auch Personen, die berichten danach keine Angst mehr vor fremden Menschen zu haben.

Auch achte ich seitdem viel mehr auf den Augenkontakt in Gesprächen, was diese auf ein komplett anderes Level hebt und intensiviert. Achte mal darauf.

Eine Erklärung für das Gefühl der Verbundenheit könnte das Bindungshormon Oxytocin sein, das bei Augenkontakt ausgeschüttet wird und zum Beispiel die tiefe Verbundenheit zwischen Mutter und Kind bewirkt.

Du möchtest es auch mal machen?

Wenn du jetzt Lust bekommen hast Eye Gazing einmal auszuprobieren, dann probiere es doch mal mit dir selbst im Spiegle, mit deinem Partner oder im Freundeskreis aus. Es muss nicht unbedingt ein dir fremder Mensch sein. Bei dir bekannten Personen wird sich die Beziehung dadurch nur verstärken.

Wenn du dich das vielleicht noch nicht traust, dann kannst du bei Eye-Gazing-Veranstaltungen  mitmachen. Hier bei Meetup habe ich eine ganz gute Übersicht gefunden.

Hang loose und Namaste
Deine  Julia

PS: Falls du einen Hund hast, kannst du es auch mit ihm ausprobieren. Denn das Wunderbare ist, dass der Hund eines der wenigen Lebewesen ist, das bei Blickkontakt mit einem ihm vertrauten Lebewesen auch Oxytocin ausschüttet…ein Bindungsbooster vom Feinsten.

PPS: Wenn du diesen Beitrag interessant fandest, empfehle ich dir meine Bücherliste, in der du viele wichtige Bücher für dein persönliches Wachstum findest.